Nachdem unsere A-Jugend die vorherigen Runden jeweils souverän und torreich überstand, kam es am 28.11. zum Halbfinalspiel gegen den 1. FC Kleve. Der Gewinner der Partie zieht in den Niederrhein-Pokal ein.
Die Gäste aus der Schwanenstadt gingen sicherlich favorisiert in das Duell, nicht zuletzt, da wir im direkten Ligaduell vor einigen Wochen mit einer deutlichen Niederlage das Nachsehen hatten. Wir konnten unsere Schlüsse aus dem direkten Vergleich ziehen und unsere Spielausrichtung mit und gegen den Ball entsprechend anpassen, ohne aus unseren Prinzipien auszubrechen. Wir stellen systematisch um, um das Zentrum weiter zu stabilisieren und somit dem starken und schnellen Kombinationsspiel der Gäste Einhalt zu bieten.
Wir wollten die Aspekte, die uns seit der Herbstpause stark gemacht haben auf den Platz bringen, körperliche Präsenz und mannschaftliche Geschlossenheit gegen den Ball. Kurzum, wir wollten einen Pokalfight liefern.
Von Beginn weg kamen wir gut in die Partie, verteidigten clever unsere vorgegebene Zone, mit dem Ball gelang es uns ebenfalls eine gesunde Mischung aus schnellen Umschaltsituationen aber auch Ballbesitzphasen ins Spiel einzubauen. Die erste halbe Stunde war es eine nahezu perfekte Leistung unserer Mannschaft, die bis dato keine Torchance der Gäste zu ließ und selber diejenige war, die gefährlich wurde. In der Viertelstunde vor der Halbzeit gelang es uns dann nicht mehr so eindrucksvoll wie zuvor unsere Zone zu verteidigen, was zur Folge hatte, dass die Klever uns tief drücken und den Druck länger aufrechterhalten konnten. Daraus resultierte teilweise Unordnung, weil jeder lobenswerterweise mithelfen und verteidigen wollten, man sich jedoch teils so auf den Füßen stand, dass wir nicht in besprochene Abläufe kamen. Es galt also die Phase zu überstehen, was uns auch letztlich gelang. Nichtsdestotrotz waren diese Minuten sinnbildlich, welchen Druck wir uns ausgesetzt fühlen, wenn wir es nicht schaffen frühzeitig in die Zweikämpfe zu kommen.
Mit diesem Wissen und einer minimalen Anpassung im Anlaufverhalten für die 2. Halbzeit, gelang es uns das Spiel noch mehr auf die Flügel zu lenken und das Zentrum dicht zu halten. Was die Gäste zu leisten im Stande sind, wenn Ihnen Platz geboten wird, zeigte sich in der 61. Spielminute. Nach einem Ballverlust auf unserer rechten Offensivseite kamen wir in der defensiven Umschaltbewegung nicht mehr rechtzeitig hinter den Ball, bzw. in den Zweikampf, wodurch Kleve den ersten und einzigen Konter des Spiels ihrerseits fahren konnte, der im 0:1 endete. Wir schüttelten uns kurz und machten weiter, kaum zwei Zeigerumdrehungen später hatten wir im Anschluss an einen Standard die passende Antwort parat, so war es Marc Bons, der einen abtropfenden Ball mit links im unteren rechten Eck zum 1:1-Ausgleich versenkte. Somit war quasi „nichts passiert“ und doch beflügelte uns das Tor und wir kamen im weiteren Spielverlauf nach guten Umschaltmomenten zu zwei guten Abschlusssituationen durch Marc und Karol Kurkiewicz, die mit etwas mehr Fortune zur 2:1-Führung hätten führen können. Die Klever suchten ihr Glück nun in vielen diagonalen Bällen, die wir jedoch ebenfalls gut verteidigten. Im Vergleich zur 1. Halbzeit probierten es die Gäste mit Distanzschüssen, die wir zu blocken wussten oder durch Paraden von unserem Torwart Max Stienen entschärft wurden.
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Beine natürlich schwerer und dennoch gelang es uns weiterhin auf alle Ideen der Gäste Antworten zu finden, bis zur 90. Spielminute.
Eine Flanke aus dem Halbfeld, die wir nicht blocken konnten, fand 8m vor dem Tor einen in schwarz gekleideten Abnehmer, der sehenswert zum 1:2 vollendete. In der Nachspielzeit hatten wir dann nach einem Standard noch eine gute Chance, um das 2:2 zu erzielen, doch es sollte uns an diesem Abend nicht gelingen, sodass wir am Ende unglücklich den Einzug in den Niederrhein-Pokal verpassen. Das sollte jedoch in keinster Weise darüber hinwegtäuschen, welch engagierten und aufopferungsvollen Pokalfight unsere Jungs lieferten.
Insbesondere im Vergleich zum Ligaduell macht sich bemerkbar, dass die Jungs verinnerlicht haben, was die Basis von allem ist und was uns positiv auf die letzte Aufgabe des Jahres, am 07.12. um 11:00 Uhr in Veert gegen den SV Sonsbeck, blicken lässt. Dank gilt dem Support am Stankett an einem kalten mit Wind und Nieselregen ausgestattetem Abend.
Es spielten: Stienen – Szentulat (80. Frais), Reinke, Wüstenberg, Mentrop, Neukirch, Koppers (59. H. Schmitz), Rattmann, Bons und Kurkiewicz (74. Schneppel)
Autor: Jannik Banner


