Die Erste – Zwischen katastrophalen Auftritten, Verletzungssorgen und leichten Lichtblicken

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Nachdem man nach den ersten drei Spielen gegen Uedem, Issum und Wissel zwei Punkte auf der Habenseite hatte, traf man am vierten Spieltag auf die erste Mannschaft aus Nieukerk. Dort gelang es der Mannschaft, wie auch in den beiden Spielen zuvor, kurz vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung zu gehen. Doch Nieukerk drehte das Spiel nach der Halbzeit innerhalb weniger Minuten, sodass es am Ende 1:3 stand.
Am darauffolgenden Spieltag wollte man Zuhause gegen die Zweite aus Pfalzdorf endlich den ersten Saisonsieg feiern. Doch auch hier gab es eine krachende 0:3 Heimniederlage. Ideenloses Spiel nach vorne, katastrophales Umgehen mit aussichtsreichen Position, individuelle Fehler und ein Sonntagsschuss aus 50 Metern beschreiben diesen Abend aus Veerter Sicht recht gut.

Anderthalb Wochen später trat man dann die weite Reise nach Nütterden an. Ohne Hilfe der zweiten Mannschaft hätte man hier womöglich keine Mannschaft stellen können. Riesendank dafür! Das unsere eigentliche Nummer 1 Josh Claringbold im Feld ran musste und sogar zwei Tore erzielen konnte war letztendlich leider nur eine Randnotiz, da Nütterden, wieder unter freundlicher Mithilfe der Veerter, drei Tore erzielen konnte. Wieder trat man mit gesenkten Köpfen die Heimfahrt an.

Wie die Überschrift jedoch verrät, gab es in den letzten Wochen auch kleine Lichtblicke. Einer dieser spielte sich im Straelener Stadion ab, als man den ambitionierten B-Ligisten souverän mit 3:0 schlagen konnte. Ein Traumfreistoß von Sked, ein Elfmeter von Simon van Stephoudt und ein eiskalter Alan Mohamad sorgten für dieses erfreuliche Ergebnis aus Veerter Sicht. Ebenfalls erfreulich war, dass dieses eigentliche Auswärtsspiel durch zahlreiche Veerter Unterstützung zu einem Heimspiel gemacht wurde!

Der Schwung aus dem Pokalspiel konnte auch mit in den Ligabetrieb genommen werden, als dem Tabellendritten aus Aldekerk ein 0:0 abgeknöpft werden konnte. Garant für diesen Punktgewinn war eine starke kämpferische Leistung der Veerter Mannschaft, eine starke Torwartleistung und etwas Glück. Jedoch hätte man andersherum auch selber die drei Punkte einfahren können, sodass der Punktgewinn am Ende schon leistungsgerecht war.
Somit zeigt die Leistungskurve der Veerter Ersten nach den letzten beiden Spielen etwas nach oben. Jedoch trüben auch andere Gegebenheiten die Laune vieler Veerter Spieler und Verantwortlichen. Seit Wochen fehlen dem Kader aus Verletzungsgründen eine Vielzahl an Spielern. Langzeitverletzt: Christian Jürgens, Mikel Moorhead, Mattis van Meegen, Robin Yüksel, Janenn Pakiyanathar, Nico Neuy, Sam von Wirth (alle 0-3 Spiele und fallen noch länger aus). Hinzu kommen immer wiederkehrende Verletzungen bei einigen Spielern. Auch Schichtdienste beeinflussen den Kader enorm, sodass aufgrund all dieser Gründe eher im seltensten Fall mehr als 10 Spieler beim Training sind. Neben Verletzungen kommen noch Undiszipliniertheiten auf dem Feld hinzu, die rote Karten zufolge hatten und den Kader nochmals schrumpfen ließen. All dies soll die aktuelle Lage nicht Beschönigen, doch einen A-Ligisten zu finden der ohne Probleme auf 7 vermutliche Stammspieler verzichten und trotzdem oben oder im gesicherten Mittelfeld mitspielen kann, darf uns gerne gezeigt werden.

Dennoch muss in erster Linie ganz klar die Bereitschaft, sich auf dem Platz für die Mannschaft zu zerreißen, in Frage gestellt werden. Hiervon war in den ersten Spielen kaum was zu sehen. Ohne diese Bereitschaft gewinnt man in der A-Liga keinen Blumentopf. Zudem muss die Mannschaft sowohl vorne als auch hinten cleverer agieren. Während die letzten Ergebnisse vermuten lassen, dass sich die Abwehrkette etwas stabilisiert hat, sind 7 geschossene Tore nach 7 Spieltagen viel zu wenig. Bezeichnend hierfür ist, dass Josh (Torwart) mit seinen zwei Toren in Nütterden der beste Torschütze der Mannschaft ist (gemeinsam mit Robin Barth). Doch auch hier befinden wir uns aktuell im Teufelskreis: Wie will man offensive Spielabläufe trainieren, wenn nur 10 Mann beim Training sind?!
Nichts desto trotz muss man die aktuelle Situation annehmen und das gelingt der Mannschaft (im Verbund mit der zweiten Mannschaft) recht gut, da keines der Spiele eindeutig verloren ging oder einseitig verlaufen ist. Dennoch müssen jetzt Punkte her, um nicht frühzeitig den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren.

Die nächste Chance hierzu hat die Mannschaft am Mittwoch (8.10.) um 20 Uhr im Derby gegen Vernum. Spätestens nach dem Finale bei den Stadtmeisterschaften Anfang des Jahres müssen hier noch einige Rechnungen beglichen werden! Die gesamte Mannschaft würde sich freuen, wenn zahlreiche Veerter den Weg zum Vernumer Sportplatz finden würden!

Autor: Christian Böttcher